„Sollen wir auf Meta oder auf Google werben?" – diese Frage höre ich ständig. Die kurze Antwort: Es sind zwei grundverschiedene Werkzeuge für zwei verschiedene Momente in der Kaufentscheidung. Wer den Unterschied versteht, wählt nicht „entweder-oder", sondern richtig.
Der Kernunterschied: Nachfrage wecken vs. Nachfrage abgreifen
Google Ads = Demand Capture (Nachfrage abgreifen). Menschen suchen aktiv nach etwas – ein Problem, ein Produkt, eine Lösung. Deine Anzeige fängt eine bereits vorhandene Absicht ab. Der Interessent kommt zu dir.
Meta Ads = Demand Generation (Nachfrage wecken). Menschen scrollen durch Instagram/Facebook, ohne nach dir zu suchen. Deine Anzeige erzeugt Interesse und Bedarf, wo vorher keiner war. Du gehst zum Interessenten.
📌 Das Bild dazu: Google ist die Angel, die du dort auswirfst, wo die Fische schon sind. Meta ist der Köder, der die Fische überhaupt erst anlockt.
Wann Google Ads der richtige Kanal ist
- Es gibt aktive Suchnachfrage nach deinem Produkt/deiner Dienstleistung (Menschen googeln es).
- Bei akutem Bedarf – Handwerker-Notdienst, konkrete Dienstleistung, Ersatzteil.
- Für Marken-Suche (Menschen, die dich schon kennen und deinen Namen googeln).
- Bei erklärungsarmen Produkten mit klarer Kategorie.
Wann Meta Ads der richtige Kanal ist
- Dein Produkt ist visuell und lässt sich zeigen (D2C, Lifestyle, Mode, Food).
- Es besteht (noch) keine aktive Suchnachfrage – du musst den Bedarf erst wecken (Impulskauf, neue Produktkategorie).
- Du willst skalieren und viele neue Menschen erreichen, die dich noch nicht kennen.
- Storytelling und Creative sind dein Hebel (siehe Creative-Testing-System).
Die ehrliche Antwort: meist beide
In der Praxis ist es selten „Meta oder Google", sondern ein Zusammenspiel: Meta weckt Aufmerksamkeit und Nachfrage – ein Teil dieser Menschen googelt dich danach, und Google fängt sie ab. Deshalb steigt bei gutem Meta-Marketing oft auch die (Marken-)Suche auf Google. Beide Kanäle bewerten dieselben Verkäufe dann gern doppelt – ein weiterer Grund, das Gesamtbild über Blended Metrics zu betrachten statt jeden Kanal isoliert.
Für die meisten Startups gilt trotzdem: nicht beide gleichzeitig starten. Erst einen Kanal sauber zum Laufen bringen, dann den zweiten dazunehmen (siehe Paid-Setup für Startups).
💡 Merksatz: Google erntet bestehende Nachfrage, Meta erzeugt neue. Die Frage ist nicht „welcher ist besser", sondern „wo steht mein Kunde gerade in seiner Entscheidung".